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An einem Vortrag in Rom sprach Kardinal Ratzinger über die
Selbstzerstörung Europas.
Europa läuft derzeit Gefahr, seine eigene Basis zu zerstören, weil
es seine geistigen Wurzeln verliere.
Kardinal Ratzinger merkte an, dass Europa heute aus Sicht anderer
Kulturkreise wie eine von innen her
absterbende, dem Untergang geweihte Zivilisation erscheine. Dies
gehe einher mit einem biologischen
Schwund durch abnehmende Geburtenzahlen.
Der Kardinal äusserte sich auch zur künftigen EU-Verfassung. Er
sagte, diese müsse "sehr klar sein"
bezüglich der unantastbaren, unmittelbar auf den Schöpfer
zurückgehenden Menschenwürde, die allen
politischen Entscheidungen vorausgehe. Angesichts der Fortschritte
in der Gentechnik und der Fort-
pflanzungsmedizin müsse diese Würde verteidigt werden. Als weitere
Bedrohungen nannte Ratzinger
die mögliche Auflösung der traditionellen Ehe und Familie durch
andere Formen des Zusammenlebens.
Die derzeitige Tendenz in Europa, sich für andere Kulturen zu öffnen
und zugleich die eigenen Traditionen
zu verleugnen, habe "etwas Pathologisches". Mitunter scheine es, als
ob der Westen von sich selbst nur
noch das Negative sehe und vor dem Eigenen fliehe. Ohne gemeinsame
Bezugspunkte und eigene Werte
könne jedoch wirkliche Multikulturalität nicht gelingen.
Südwest Presse
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